Aktuelle Situation

Im Kanton Zürich, wie auch im Rest der Schweiz, wurden in den letzten Jahren wieder verstärkt Budgetkürzungen vorgenommen. Dies traf und trifft auch den Bildungssektor. Im grösseren Rahmen geschah dies zuletzt im Jahr 2016 mit der sogenannten «Leistungsüberprüfung 16». Insgesamt sollten mit diesem Programm zwischen 2017 und 2019 insgesamt CHF 1’800 Mio. eingespart werden. Davon rund CHF 100 Mio. im Bildungssektor. Unter anderem wurden Beiträge für Mediotheken gekürzt, Schulklassen vergrössert, der Zugang zu Kantonsschulen erschwert, Arbeitszeiten der Lehrpersonen wurden erhöht und zeitgleich deren Löhne gesenkt. Die Kantonsschulen waren im Rahmen dieses Abbaus klar am stärksten betroffen. Die Unzufriedenheit über die massiven Kürzungen zeigten die Schülerinnen und Schüler dann auch gleich mit diversen Aktionen (Unter anderem mit einer Blockade des Zürcher Bellevues im Sommer 2017).

Neben den Kürzungen bei den Ausgaben wird auch über Erhöhungen bei den Einnahmen diskutiert. Explizit geht es um die Erhöhung der Studiengebühren. Und diese Erhöhungen könnte alle Hochschulen im ganzen Kanton treffen. Der ETH-Rat diskutiert derzeit eine Erhöhung der Gebühren für die Studierenden der ETH in Zürich und Lausanne. Damit steht der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschule allerdings nicht allein da. Im Dezember 2016 haben zwei Kantonsräte aus Zürich eine Motion eingereicht, in welcher sie eine Erhöhung der Gebühren an der Universität und den Fachhochschulen des Kantons fordern. Dies würde bedeuten, dass die über 55’000 Studierenden der ZHAW, der ZHdK, der PHZH und der Universität Zürich in Zukunft mehr für ihr Studium bezahlen müssten.

Der Text der Motion zeigt denn auch die langfristig zu erzielende Wirkung auf den Rest der Schweiz: «… Er (der Regierungsrat; Anm. der Redaktion) soll weiter darauf hinwirken, dass alle Schweizer Hochschulen ihre Studiengebühren erhöhen». Des Weiteren zeigt die Motion auch auf, wie das Problem der finanziell schlechter gestellten Studierenden, aus Sicht der Motionäre, gelöst werden soll: «Zudem besteht die Möglichkeit, für diese Erhöhung ein Studiendarlehen in der Höhe von 5‘000 Franken für die Studiendauer von 5 Jahren aufzunehmen».

Die konkreten Forderungen zu den Erhöhungen an den Zürcher Hochschulen lauten wie folgt:

  • Forderung im ETH-Rat: Erhöhung der Studiengebühren um CHF 500 pro Jahr auf Total CHF 1’660 pro Jahr
    – Die Entscheidung dazu fällt in der Mai-Sitzung des ETH-Rates
  • Motion des Kantonsrats: Erhöhung der Gebühren um CHF 500 pro Semester auf Total CHF 2’440 pro Jahr
    – Der Regierungsrat hat die Motion erstinstanzlich sehr kritisch beurteilt
    – Das Geschäft ist aktuell auf der Pendenzenliste des Kantonsrats und wird voraussichtlich noch im Jahr 2018 besprochen.
Haltung des VSZHAW

Der VSZHAW spricht sich klar gegen eine Erhöhung der Studiengebühren und gegen weitere Kürzungen im Bildungssektor (auf allen Ebenen) aus. Bildung für Alle ist das Fundament einer gesunden Demokratie und darf nicht zum Privileg Einiger werden. Damit die hohe Qualität der Schweizer Bildung beibehalten werden kann, müssen genügend finanzielle Mittel vorhanden sein.

Die Aktionswoche

Um die kritischen Zustände in Bezug auf die aktuelle Situation in die Öffentlichkeit zu tragen und vor allem auch um die Studierenden, Schülerinnen und Schüler etc. zu sensibilisieren, wird vom 19.-24. März 2018 eine Aktionswoche, der sogenannte «Bildungsaufstand», durchgeführt. Dabei werden in verschiedenen Städten und Kanton der Schweiz auf die Problematik hingewiesen. Unter anderem finden Aktionen in Basel, Bern, Fribourg, Lausanne und in Zürich statt.

 

Der VSZHAW unterstützt diese Aktionswoche und den Kampf gegen das Sparen im Bildungssektor sowie die Erhöhung der Gebühren. Der VSZHAW unterstützt jedoch explizit nicht das Bündnis (Aktion_Bildung), welches als treibende Kraft hinter dieser Aktionswoche steht.